Die Forschungsgruppe Bildungsforschung und Beschäftigung (EQUI) konzentriert sich auf Forschungsfragen in den Bereichen Bildung, Beschäftigung und soziale Ungleichheit.

Konkret forschen wir zu folgenden Themen:

  • Bestimmte Zielgruppen (z.B. Jugendliche, benachteiligte Jugendliche bzw. Schüler:innen, Personen mit Migrationshintergrund, LGBTIQ+ Personen)
  • Bildungsbiografien und Übergänge (Schulabbrecher:innen, Transition von Bildung in Beschäftigung, Erwachsenen- und Weiterbildung)
  • Beschäftigung und Beruf (Bedingungen und Qualität der Arbeit, Nachfrage nach Qualifikationen und Skills sowie Mismatch am Arbeitsmarkt, Bildungserträge, Erwachsenen- und Weiterbildung)
  • Makrostrukturelle Fragestellungen (Governance von Bildungssystemen, Sozialstrukturanalyse und soziale Mobilität, institutionelle Analyse des Zusammenspiels von Bildung und Beschäftigung)
  • Evaluationen von bildungs-, arbeitsmarkt- und geschlechterpolitischen Maßnahmen und Programmen
  • Gender, Diversity und soziale Ungleichheit

Unsere Forschungsprojekte in diesen Bereichen umfassen sowohl Grundlagenforschung als auch angewandte Forschung und Evaluierungen (empirischer, theoriebasierter Ansatz).

Aufbauend auf den Arbeiten des International Panel on Social Progress (IPSP) entwickeln wir ein Konzept des sozialen Fortschritts in den Bereichen Bildung und Beschäftigung. Die Herausforderung liegt dabei in der theoretischen Abgrenzung, Definition und letztlich der Messung des sozialen Fortschritts in einer heterogenen und pluralistischen Gesellschaft.

Im Bereich der Bildung bedeutet dies zum Beispiel, den engen Begriff des Humankapitals zu überwinden und die Bedeutung der Bildung für die gesellschaftliche Entwicklung ganzheitlicher anzuerkennen. Im Bereich des Arbeitsmarktes bedeutet dies z.B., die Analysen um die Dimension der Qualität der Beschäftigung zu erweitern. Die langfristige Vision dieser Bemühungen ist die Etablierung einer alternativen Messung und Bewertung des gesellschaftlichen Fortschritts in Zusammenarbeit mit anderen Forschungsgruppen, die sich nicht auf die Messung von Wirtschaftsleistung und -wachstum beschränkt, sondern ein breiteres Spektrum sozialer und politischer Trends umfasst, wie z.B. Entwicklungen in Bezug auf Wohlbefinden und Gesundheit, soziale Gerechtigkeit, Solidarität, Nicht-Entfremdung und Freiheit. Um die Sichtbarkeit unserer Forschung zu erhöhen und das Thema sozialer Fortschritt zu fördern, haben wir unsere Website in_progress eingerichtet und entwickeln sie kontinuierlich weiter.

Methoden

EQUI integriert systematisch qualitative und quantitative Methoden und trägt auch zur Weiterentwicklung sozialwissenschaftlicher Forschungsdesigns und -methoden bei (z.B. Entwicklung von Indikatoren, kontrafaktische Wirkungsevaluation, Kombination von Biographie- und Diskursanalyse). Folgende Methoden setzen wir routinemäßig ein:

Qualitative Methoden:

  • Qualitative Datenerhebung durch narrative Interviews, Expert:inneninterviews, Fokusgruppendiskussionen, teilnehmende Beobachtung etc.
  • Inhaltsanalyse
  • Rekonstruktive Methoden (biographische Analyse, Diskursanalyse)

Quantitative Methoden:

  • Primär-statistische Erhebungen (z.B. Befragung von Teilnehmer:innen von Programmen)
  • Sekundärstatistische Datenanalysen (z. B. LFS, EU-SILC, ESS, PISA, TIMSS, PIRLS, PIAAC, AES, CVTS, AMDB, nationale Registerdaten)
  • Deskriptiv- und kausalstatistische Analysemethoden, statistische und ökonometrische Analysetechniken (z. B. Regressionsanalyse, Zeitreihen- und Panel-Methoden, Mehrebenenmodelle, Durchführung von quasi-experimentellen Designs)

Forschungsgruppenleiter

Mehr zur Forschung der Gruppe gibt es auf unserer Website inprogress.ihs.ac.at!