IHS-Ressourcen zu COVID-19

Die Pandemie verursacht vom Coronavirus beeinflusst die wissenschaftliche Arbeit des IHS. Wie wirken sich die massiven gesundheitspolitischen Maßnahmen der Bundesregierung aus, welche Konsequenzen hat die Krise auf die Wirtschaft und welche Erkenntnisse gibt es zu einzelnen Maßnahmen wie z.B. der Kurzarbeit?

Dies sind nur einige der drängenden Fragen, die derzeit alle in Österreich und in Europa beschäftigen. Die WissenschafterInnen des IHS haben die Herausforderung mit Leidenschaft übernommen, diese Fragen zu beantworten. Auf dieser Seite sammeln wir laufend Daten, Quellen und Medienberichte im Zusammenhang mit COVID-19, in denen sich die Arbeit unserer ForscherInnen manifestiert.

Ökonomische Konsequenzen | Gesundheitsökonomische Aspekte | Soziale Aspekte | Ausgewählte Medienberichte


 

Die wirtschaftlichen Folgen des COVID-19-Ausbruchs

Die aktuellen Prognosen zu den wirtschaftlichen Folgen des COVID-19-Ausbruchs sind volatil und von großer Unsicherheit geprägt.

  • In einem Paper für das De Gruyter Journal Perspektiven der Wirtschaftspolitik beschäftigen sich Thomas Czypionka, Martin Kocher und Alexander Schnabl mit den Maßnahmen Österreichs gegen die COVID-19 Pandemie und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft.
  • In regelmäßigen Policy Briefs wurden die wirtschaftlichen Folgen der COVID-19 Pandemie abgeschätzt, wobei jeweils die aktuellen Entwicklungen, u.a. in Bezug auf soziale Distanzierungsmaßnahmen, öffentliche Hilfsgelder oder Arbeitsmarktentwicklungen, berücksichtigt wurden. Im aktuellsten Policy Brief (mit Stand 12. Mai) gehen wir für 2020 von einem BIP-Verlust von EUR 35,7 Milliarden in Österreich aus.
  • In einem Policy Brief beschäftigt sich Jan Kluge mit den wirtschaftlichen Konsequenzen der COVID-19 Krise und kommt zu dem Schluss, dass der ländliche Raum mindestens ebenso stark betroffen sein dürfte, wie die Städte.
  • In einem Policy Brief analysieren WissenschafterInnen des IIASA, der WU Wien, des WIFO und des IHS die Konsequenzen der Coronavirus-Pandemie auf die Wirtschaft. Den Berechnungen des Teams zufolge dürfte die Erholung der österreichischen Wirtschaft bis zu drei Jahre in Anspruch nehmen.
  • Die Gemeinschaftsdiagnose der deutschen Wirtschaft, wurden von den führenden deutschen Wirtschaftsforschunginstitut am 8. April veröffentlicht und prognostiziert einen einen Einbruch der deutschen Konjunktur - das Bruttoinlandsprodukt dürfte 2020 um 4,2 Prozent schrumpfen. Das IHS ist als Partner des RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der jeweils im Frühjahr und im Herbst im Auftrag des deutschen Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erstellten Gemeinschaftsdiagnose der deutschen Wirtschaft beteiligt.
  • Zeiten großer Veränderungen und hoher Unsicherheit erfordern Experimente. In einer dreiteiligen, digitalen Dialogveranstaltung disktuierten Martin Kocher und der Verhaltensökonomen Gerhard Fehr (CEO FehrAdvice & Partners AG, Zürich) Wege aus der Corona-Krise. Alle Folgen können auf dem VBEN-YouTube Kanal nachgesehen werden.
  • Verhaltensökonomie kann bei der Bewältigung der aktuellen  COVID-19 Pandemie einen wichtigen Beitrag leisten. Im Insight Austria-Blog schreiben die MitarbeiterInnen des Kompetenzzentrums regelmäßige Beiträge. Martin Kocher gibt eine verhaltensökonomische Perpektive auf die Coronakrise und Anna Walter beschäftigt sich mit der Frage, wie Verhaltensökonoie die Handhygiene fördern kann.

Gesundheitsökonomische Aspekte von COVID-19

Die IHS-Forschungsgruppe Gesundheitsökonomie und Gesundheitspolitik gehörte zu den ersten Forschungsgruppen in Österreich, die sich mit der COVID-19-Pandemie befassten. Mit ihrem interdisziplinären Team ist sie in einzigartiger Weise qualifiziert, zu diesem Thema beizutragen. Die Gruppe ist daher stark in viele laufende Projekte involviert und ihre Aktivitäten haben bereits zu vier peer-reviewed Publikationen geführt. Zahlreiche Interviews wurden nationalen wie internationalen Medien gegeben, unter anderem der Financial Times, The Atlantic oder dem LeFigaro. Hier ist ein Überblick über die Aktivitäten der Gruppe:

Peer-reviewte Publikationen

Weitere Outputs

  • Als Teil des Monitorings für das BMF, hat das IHS wöchtenliche Policy Brief zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19 Krise für die Dauer des Lockdowns publiziert. Hier geht's zum aktuellen Policy Brief: https://irihs.ihs.ac.at/id/eprint/5325/.

  • In einem IHS Policy Brief stellen Thomas Czypionka, Gerald Röhrling und Miriam Reiss die öffentliche Forderung nach mehr SARS-CoV-2-Tests auf den Möglichkeiten und Grenzen gegenwärtiger Testverfahren gegenüber. Sie kommen zu dem Schluss, dass das Ziel zu testen richtig ist, dass es jedoch unterschiedliche Ziele im Umgang mit der COVID-19-Pandemie gibt, die alle unterschiedliche Teststrategien erfordern.

  • In einem Cambridge Core Blog-Eintrag bewerten Thomas Czypionka, Miriam Reiss und Isabel Pham die politische Reaktion Österreichs auf die COVID-19-Krise.

  • Thomas Czypionka und Thomas König schreiben im IHS-Blog über eine der bemerkenswertesten (und auffälligsten) Verhaltensänderungen in unserem Alltag - das Tragen von Masken. Darüber hinaus ist Thomas Czypinoka Co-Autor eines Papers im British Medical Journal, das sich ebenfalls mit dem Thema der Gesichtsmasken für die Öffentlichkeit befasst. 

  • In einem Projekt für die Stadt Wien analysieren Thomas Czypionka, Miriam Reiss und Gerald Röhrling mögliche Faktoren, die die Krankenhausaufenthaltsrate und die Mortalität von COVID-19 beeinflussen.

  • Als die Pandemie noch auf Asien beschränkt war, führte die Gruppe Schätzungen über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Ausbreitung in China und Asien auf die Weltwirtschaft und Österreich durch.

Laufende Projekte

  • In eine Konsortium von internationalen öffentlichen Forschern arbeitet die Forschungsgruppe an den Auswirkungen von COVID-19 in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Das Projekt vergleicht derzeit Maßnahmen, die in afrikanischen Ländern südlich der Sahara in Bezug auf die öffentliche Gesundheit sowie die Sozial- und Wirtschaftspolitik ergriffen wurden.

  • Gemeinsam mit Kollegen aus England, Italien, Frankreich, Deutschland und Portugal arbeitet die Gruppe an den Unterschieden bei der Meldung von COVID-19-Todesfällen in Europa, um Licht in die komplizierten Regeln und Falldefinitionen zu bringen, die einen Vergleich der Todesfälle und die Schätzung der Todesfallraten (CFR) und letztlich der Infektionstodesraten (IFR) erschweren.

  • Die Gruppe trägt zu dem von der Universität Michigan geleiteten Projekt The comparative politics and policy of COVID-19 bei. Dieses Projekt erstreckt sich über alle Kontinente und wird vergleichende Politikanalysen für eine beträchtliche Anzahl von Ländern ableiten.

  • Die Gruppe ist Teil des McCovid-19-Projekts, das darauf abzielt, die Verwaltung von und in Pflegeheimen in den EU15-Ländern zu analysieren. Bestehende Koordinationsvereinbarungen zwischen den verschiedenen Regierungsebenen sowie verschiedenen Sektoren der öffentlichen Politik werden untersucht, um wirksame Reaktionen in Notsituationen wie der durch die Coronavirus-Pandemie hervorgerufenen zu entwerfen.

  • Als Teil der CoV-Immun-AT-Initiative trägt die Gruppe zu einem Protokoll für eine COVID-19-Seroprävalenzstudie für Österreich bei.


Die gesellschaftlichen Auswirkungen der Pandemie

Die aktuelle Ausnahmesituation und im Speziellen die Maßnahmen, die getroffen wurden, um die COVID-19 Pandemie einzudämmen, haben auch tiefgreifende Auswirkungen auf unsere Gesellschaft. Ob im Bildungssystem oder im Verhältnis von Technologie und Gesellschaft - die Krise macht sich bemerkbar.

  • In einem Artikel für das Journal of Responsible Innovation schreibt Robert Braun gemeinsam mit Co-AutorInnen zu Verantwortlichkeit von Online-Forschung in Zeiten von COVID-19.
  • Wie wird Corona das tägliche Leben in Österreich verändern? Der Insight Austria-Forschungsbericht "Das neue Retro? Österreich nach der Corona-Krise" widmet sich dieser Frage.
  • In einem WWTF-geförderten Forschungsprojekt werden LehrerInnen zu den Lehr- und Lernleistungen ihrer SchülerInnen sowie zur Unterstützung durch das häusliche Umfeld in Zeiten von Home-Schooling befragt. Erste Ergebnisse zeigen: Die Sorge um einen Kompetenzabfall während der Schulschließungen ist gerade im Hinblick auf ohnehin benachteiligte SchülerInnen groß.
  • In ihrem Blogbeitrag Nach der Pandemie haben sich Robert Braun und Dagmar Rychnovská etwa mit der Frage nach den Konsequenzen der aktuellen Krisensituation befasst.
  • Mario Steiner wiederum fragt nach den weitreichenden Konsequenzen der Verlagerung des Schulunterrichts nach Hause.
  • Anna Durnová befasst sich in einem Journalartikel mit der Frage, welchen Beitrag die Politikwissenschaften zum Verständnis der COVID-19 Pandemie liefern können.
  • In einem Beitrag für den SozBlog der Universität Wien schreibt Beate Littig, dass es notwendig sei, gerade jetzt über die Zukunft einer nachhaltigen Arbeitsgesellschaft nachzudenken.
  • Das Critical Automobility Studies Lab (CAS) am IHS sammelt derzeit Geschichten und Bilder, um über (Auto-)Mobilität in der Corona-Zeiten zu reflektieren. Eine Auswahl von Beiträgen wird regelmäßig im CAS-Blog veröffentlicht.
  • Thomas König sammelt aktuelle sozialwissenschaftliche Forschung aus Österreich zur COVID-19 Pandemie.
  • Von 24.-26. April organisierte die Europäische Kommission einen virtuellen Hackathon, um zur Vernetzung von Zivilgesellschaft, Forschung und Investoren beizutragen und Lösungen für die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus zu finden. Für das IHS nahm ein Team der Forschungsgruppe Technik, Wissenschaft und Gesellschaftliche Transformation an der Veranstaltung teil.
  • In einem Artikel für den IHS-Blog analyisert Katrin Auel die Herausforderunge der COVID-19 Pandemie für unsere demokratischen Institutionen.

Ausgewählte Medienberichte

Wo soziale Lücken in den Corona-Hilfsprogrammen klaffen (Der Standard 03.07)

Coronavirus - Familien und Kinder für Soziologin zu lange unsichtbar (Science APA, 30.06)

Forscher schlagen bundesweite Antikörperstudie vor (ORF, 29.06)

Wie werden wir nach der Coronakrise reisen und pendeln? (Der Brutkasten, 18.06)

Ob es reicht, sieht man später (Wiener Zeitung, 16.06)

Martin Kocher: "Es besteht die Gefahr, dass die Milliarden verpuffen" (Kleine Zeitung, 13.06)

Experten sehen CoV-Krise als Chance bei Klimakrise (ORF, 09.06.)

IHS Chef: "Coronakrise könnte Bekämpfung der Klimakrise schwieriger machen" (Der Brutkasten, 08.06)

Ob Abstand halten oder Hände waschen: Corona-Disziplin geht auch ohne Verbote (Der Standard, 03.06)

Die Maske fällt (Wiener Zeitung, 29.05)

Corona-Krise lässt benachteiligte Schüler weiter zurückfallen (Der Standard, 22.05)

Immer schön brav bleiben (Die Zeit, 20.05)

"Diskussionen über Steuern zu früh" (Tiroler Tageszeitung, 18.05)

Gefahrenzonen in Zeiten von Corona-Lockerungen (Der Standard, 16.05)

Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, Lehrstellenmangel (Ö1, 14.05)

Lehren aus dem Corona-Lockdown (APA-OTS, 13.05)

Niederösterreich: "Für Konjunkturpaket ist Unsicherheit zu groß" (Kurier, 11.05)

Das Mantra vom Sparen im Gesundheitssystem muss grundsätzlich überdacht werden (Der Standard, 10.05)

Experten fordern trotz Corona-Krise Einsparung von Spitalsbetten (Der Standard, 10.05)

Stärkster Wirtschaftseinbruch sei 1945 erschüttert Arbeitsmarkt (APA Science, 5.05)

Stoff für die Wirtschaft (Wiener Zeitung, 5.05)

 

Mehr dazu