Anatol Rapoport - Direktor 1980-1983

Biografie

Anatol Rapoport, geboren 1911 in Russland und emigriert nach den USA in den frühen 1920er Jahren, studierte Mathematik in Chicago und erhielt sein Doktorat 1941. Als Spezialist im Feld der mathematischen Biologie wurde er 1955 Professor an der Universität Michigan am Mental Health Research Institute. In den 1960er Jahren richtete sich sein Forschungsinteresse in Richtung Kriegs- und Friedensforschung; in dieser Zeit machte er wegweisende Beiträge zur Spieltheorie.

1980 schließlich wurde Rapoport zum Direktor des Instituts ernannt. Mit Wien war er schon lange verbunden: in den 1930er Jahren hatte er hier Musik studiert, und in den 1970ern war Rapoport mehrmals als Gastprofessor am IHS gewesen. Rapoport legte die Leitungsfunktion allerdings infolge eines Konflikts mit dem damaligen Kuratorium schon 1983 wieder nieder. Er wurde Professor für Friedensstudien an der Universität Toronto und lehrte dort bis ins Jahr 2000. Er starb Anfang 2007 im Alter von 95 Jahren.

Weiterführende Literatur

Shirli Kopelman: Tit for Tat and Beyond: The Legendary Work of Anatol Rapoport. Negotiation and Conflict Management Research 13/1, 60-84 https://doi.org/10.1111/ncmr.12172

Direktoren

Slavtscho Sagoroff (1962-1965)
Oskar Morgenstern (1965-1966)
Walter Toman (1966)
Ernst Florian Winter (1967-1968)
Gerhard Bruckmann (1968-1973)
Gerhard Schwödiauer (1973-1979)
Anatol Rapoport (1980-1983)
Hans Seidel (1984-1991)
Bernhard Felderer (1991-2012)
Christian Keuschnigg (2012-2014)
Sigurd Höllinger (2015-2016)
Thomas Czypionka (a.i.) (2016)
Martin Kocher (2016- )