Welt-Adipositastag: Neues IHS-Paper beleuchtet Auswirkungen von Adipositas auf Arbeitsmarkt und Wirtschaft
Die IHS Publikation zeigt: Gesundheitliche Risiken, soziale Ungleichheiten und Beschäftigungs-chancen hängen eng zusammen.
(Wien, 26.2.2026) Anlässlich des Welt-Adipositastags am 4. März 2026 veröffentlicht das Institut für Höhere Studien ein White Paper zu den Wechselwirkungen zwischen Adipositas, Beschäftigung und wirtschaftlicher Entwicklung. Die Ergebnisse zeigen, dass Adipositas zunehmend nicht nur eine gesundheitliche, sondern auch eine arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitische Herausforderung darstellt.
Steigende Adipositasraten in Europa wirken sich nicht nur auf Gesundheitssysteme aus, sondern auch auf Erwerbsbeteiligung, Produktivität und langfristige Beschäftigungsperspektiven. Häufigere Krankenstände, gesundheitliche Einschränkungen und vorzeitiges Ausscheiden aus dem Berufsleben verursachen wirtschaftliche Folgekosten. Menschen mit Adipositas – insbesondere Frauen – haben zudem geringere Beschäftigungschancen.
Ungleichheiten verstärken Risiken
Das White Paper zeigt, dass Adipositas eng mit sozialen Ungleichheiten verbunden ist. Menschen in sozioökonomisch benachteiligten Lebenslagen sind häufiger betroffen, da geringeres Einkommen, niedrigere Bildung, belastende Arbeitsbedingungen oder eingeschränkter Zugang zu gesunden Lebensmitteln und Bewegungsmöglichkeiten eine gesunde Lebensweise erschweren. Gleichzeitig sind diese Gruppen oft von instabiler Beschäftigung betroffen. Gesundheitliche Risiken und arbeitsmarktbezogene Nachteile verstärken einander dadurch gegenseitig.
Prävention nützt Gesundheit und Wirtschaft
Internationale Daten, unter anderem der OECD, zeigen, dass gezielte Maßnahmen für die gesamte Bevölkerung große Vorteile bringen. Nährwertinformationen auf Speisekarten und Lebensmitteln sowie breit angelegte Informationskampagnen können chronische Erkrankungen reduzieren und Lebenserwartung erhöhen. Allein die Kennzeichnung von Speisekarten könnte von 2020 bis 2050 Einsparungen von insgesamt bis zu 13 Milliarden US-Dollar in den OECD-Ländern bringen.
Koordiniertes Handeln als gemeinsamer Ansatz
„Adipositas beeinflusst die Teilhabe am Arbeitsmarkt stärker, als oft angenommen wird“, erklärt IHS Gesundheitsökonom Thomas Czypionka. „Wenn gesundheitliche Risiken, soziale Faktoren und Beschäftigungschancen zusammenwirken, entstehen langfristige Auswirkungen für Betroffene und Wirtschaft.“ Die Ergebnisse des White Papers verdeutlichen, wie wichtig ein abgestimmtes Vorgehen ist, das Prävention, Gesundheitsförderung im Arbeitsumfeld, fairen Zugang zu Versorgung und evidenzbasierte politische Entscheidungen berücksichtigt.
Das White Paper „Adipositas und Arbeitsmarkt“ und der dazugehörige One Pager stehen ab sofort zum Download bereit.
Weitere thematisch relevante Publikationen der IHS Forschungsgruppe „Gesundheitssysteme und Gesundheitspolitik“:
- Die Vorjahresstudie zur Adipositasbelastung in Österreich zeigt, dass Adipositas rund 8 % aller Todesfälle verursacht (knapp 4.000 jährlich), etwa 5 % der Gesundheitsausgaben bindet und Lebenserwartung sowie gesunde Lebensjahre reduziert. Sie ist hier verfügbar.
- Ebenfalls eine Studie aus 2025 analysiert die gesellschaftlichen Effekte und Kosten-wirkungen medikamentöser Behandlung bei moderater bis hoher Adipositas. Sie ist hier abrufbar.
- Zudem steht der IHS Research Report 2023 „Die volkswirtschaftlichen Effekte von Adipositas im Kindesalter“ hier zur Verfügung.
KONTAKT
Institut für Höhere Studien (IHS)
Clara Wimmer, MA
mediarelations@ihs.ac.at
Diese Arbeit wurde durch eine Förderung von Novo Nordisk unterstützt. Die Ergebnisse wurden nicht durch die Finanzierungsquelle beeinflusst, und die geäußerten Ansichten sind ausschließlich jene der Autor:innen.
