Wort des Monats: Verlässlichkeit

Am 1. Mai ist das Partnerschafts- und Handelsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur, dem „Gemeinsamen Markt des Südens“ (bestehend aus Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) in Kraft getreten.

Am selben Tag wurde deutlich, wie wichtig neue, verlässliche Handelsabkommen sind: US-Präsident Trump kündigte überraschend an, die Einfuhrzölle auf PKW und LKW aus der EU von 15 auf 25 % zu erhöhen. Er begründete dies mit der schleppenden Umsetzung des im vergangenen Jahr geschlossenen Handelsabkommens zwischen der EU und den USA. Diese Vereinbarung liegt auf Eis, seit der oberste Gerichtshof der USA den Großteil der 2025 von der US-Administration eingeführten Importzölle für rechtswidrig erklärt hat.

Durch das EU-Mercosur-Abkommen könnten Österreichs Exporte insgesamt um 0,1 % steigen. Die für Österreich besonders wichtigen Branchen Maschinenbau, Fahrzeugherstellung und Chemie dürften von den erweiterten Exportmöglichkeiten überdurchschnittlich profitieren. Wichtiger als die ökonomische Dimension ist in diesem Fall aber die symbolische. Starke Handelsabkommen reduzieren einerseits die durch die US-Politik verursachte handelspolitische Unsicherheit und senden gleichzeitig das Signal, dass die EU ein verlässlicher Handelspartner ist, der für ein regelbasiertes Handelssystem eintritt.

Klaus Weyerstraß
IHS Researcher
Konjunktur, Wachstum und öffentliche Finanzen


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