Wort des Monats: Abhängigkeit

90 Milliarden Euro. So viel hat Österreich seit 2017 für Nettoimporte von Öl, Gas und Kohle aufgewendet. Das Geld fließt dabei oft in politisch instabile oder undemokratische Regionen.

Mit seinem hohen Bedarf an Öl und Gas hat Europa einen Großteil der rasanten Entwicklung von Dubai und anderen Golfstaaten mitfinanziert. Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran zeigt jetzt, zum wiederholten Mal, dass es auch geopolitisch das Gebot der Stunde wäre, diese Abhängigkeit zu reduzieren.

Möglich wäre das durch den raschen und konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien und Stromspeicher. Klimaökonomische und volkswirtschaftliche Gründe sprechen dafür: Während bei erneuerbaren Energien im Betrieb von jedem ausgegebenen Euro im Schnitt 96 Cent in Österreich verbleiben, sind es bei fossilen Energien nur 55 Cent. Die Transformation zu einem dekarbonisierten Wirtschaftssystem ist daher einer der wichtigsten Hebel für langfristigen Wohlstand.

Um den Import von Öl und Gas zu senken, ließe sich auch bei einer beschleunigten Mobilitäts- und Wärmewende ansetzen. Der Ausbau der Erneuerbaren und die Elektrifizierung dürfen nicht als Last betrachtet werden, sondern sind ein Investitionsprogramm in die Unabhängigkeit und Zukunftsfähigkeit Österreichs – auch in Zeiten des Spardrucks.

Christian Kimmich
IHS Researcher
Sozial-nachhaltige Transformation


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