Plattformisierung: Macht, Teilhabe und soziale Transformation
Im Fokus stand die wachsende Rolle digitaler Plattformen als zentrale Akteure bei der Gestaltung sozialer, wirtschaftlicher, kultureller und politischer Prozesse und Normen. Von Mobilität und Kommunikation bis hin zu intimen Beziehungen und kulturellen Erzeugnissen sind Plattformen tief in den sozialen Alltag eingeschrieben. Vor diesem Hintergrund untersuchte die Konferenz Plattformisierung als einen Prozess des institutionellen Wandels, der soziale Infrastrukturen, Praktiken und Ungleichheitsdynamiken neu formt.
Die Konferenz eröffnete mit der Keynote „The Platformisation of AI: Platforms, Dependency, and Power in the Digital Ecosystem“ von Dr. Anne Helmond (Universität Utrecht) und Dr. Fernando van der Vlist (Universität Amsterdam). Basierend auf ihrem aktuell publizierten Buch „Platforms: A Critical Introduction“ (Polity, 2026) bot der Vortrag einen Überblick über die Machtstrukturen und tiefgreifenden Konsequenzen von Plattformtechnologien – von der wachsenden Rolle der KI im Bildungswesen bis hin zu ihrer zunehmenden Nutzung im militärischen Kontext.
Die Veranstaltung brachte 26 Doktorand:innen von Universitäten aus Österreich, Belgien, Deutschland, Italien, Irland, den Niederlanden, Serbien, der Türkei und den Vereinigten Staaten zusammen, die Perspektiven aus verschiedenen Disziplinen, wie der Soziologie, den Wirtschaftswissenschaften, der Politikwissenschaft, der Medien- und Kommunikationswissenschaft, der Wissenschafts- und Technikforschung (STS) oder den Kulturwissenschaften einbrachten. Ihre Vorträge widmeten sich einem breiten Spektrum aktueller Themen, etwa der sich wandelnden Rolle von KI, Veränderungen der digitalen Arbeit, Plattform-Governance und -Infrastrukturen sowie den sozialen Auswirkungen von Plattformisierung in den Bereichen algorithmische Praktiken, affektive Beziehungen, Gesundheitswesen und politische Polarisierung.
Das Organisationskomitee freut sich darauf, den Austausch fortzuführen und den weiteren Dialog über die Konferenz hinaus zu fördern.
