Die im Rahmen des Sicherheitsforschungsprogramms KIRAS durchgeführte Studie analysiert detailliert, wie Vorurteile gegenüber bestimmten sozialen Gruppen zu Diskriminierung und kriminellen Handlungen führen und welche Herausforderungen bei der Erfassung dieser Delikte bestehen.
Zentrale Ergebnisse der Untersuchung
Die Autor:innen Hermann Kuschej, Kira Abstiens, Lucas Meyer, Florian Spitzer und Günter Stummvoll untersuchten sowohl polizeilich angezeigte Fälle (Hellfeld) als auch nicht gemeldete Vorfälle (Dunkelfeld). Dabei zeigt sich eine deutliche Diskrepanz: Während das offizielle Monitoring-System der Polizei (seit 2021) eine verbesserte Datenlage bietet, bleibt ein erheblicher Teil der Diskriminierungen und Übergriffe im Verborgenen.
Besonders häufig dokumentierte Tatmotive im polizeilichen Hellfeld betreffen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit sowie religiöse Intoleranz. Im Dunkelfeld dominieren hingegen frauenfeindliche Motive. Die Studie betont, dass Betroffene oft vor einer Anzeige zurückschrecken – sei es aus Misstrauen gegenüber den Behörden oder aufgrund mangelnder Kenntnis über ihre Rechte.
Prävention und Handlungsempfehlungen
Der Bericht liefert wichtige Grundlagen für die Kriminalpolitik und Präventionsarbeit. Die Forscher:innen empfehlen unter anderem einen einen Fokus auf Jugendliche, etwa durch präventive Arbeit im schulischen Umfeld sowie den Ausbau von Unterstützungsangeboten für Opfer, um die Anzeigebereitschaft zu erhöhen und vulnerable Gruppen besser zu schützen.
Der vollständige Bericht steht ab sofort im Repository des IHS (IRIHS) zum Download zur Verfügung.
