IHS-Forscher diskutieren das Paradox am Arbeitsmarkt im ifo Schnelldienst 

Trotz konjunktureller Abkühlung bleibt der Mangel an qualifiziertem Personal eine drängende strukturelle Herausforderung. Diese Publikation untersucht, wie Österreich und Deutschland ungenutztes Arbeitskräftepotenzial besser mobilisieren können und was beide Länder dabei voneinander lernen können.

In einer aktuellen Analyse für das deutsche ifo Institut (ifo Schnelldienst 05/2026) beleuchten IHS-Direktor Holger Bonin und Researcher Eduard Storm das Paradoxon aus gleichzeitiger Unterbeschäftigung in schrumpfenden Branchen und massiven Personalengpässen in Zukunftssektoren. 

Als zentrale Hebel gegen diese Fehlallokation nennen die Autoren eine proaktive Arbeitsmarktpolitik durch zielgerichtete Umschulungen sowie Maßnahmen zur Erhöhung der Erwerbsbeteiligung (speziell von Frauen, älteren Arbeitnehmer:innen sowie Migrant:innen). Deutschland kann von Österreich lernen, dass Individualbesteuerung von Eheleuten sowie mutige Einschränkungen der Frühverrentung politisch möglich sind. Österreich wiederum kann von Deutschland lernen, wenn es um bedarfsgerechte Kinderbetreuung, ein höheres Pensionsalter und ein liberaleres Einwanderungsrecht geht, das es für eine aktivere Integrationspolitik braucht. 

Zur Publikation: ifo Institut: Anhaltende Fachkräfteengpässe