Zahl des Monats: 6
Eine neue IHS-Studie liefert Antworten, indem sie elf Millionen Online-Stellenanzeigen aus Deutschland zwischen 2017 und 2024 auswertet. Die zentrale Erkenntnis: Die meisten Veränderungen in Jobprofilen verschwanden innerhalb von drei Jahren. Eine Ausnahme zeigt sich jedoch in Berufen mit hoher Homeoffice-Eignung. Hier ist die Nachfrage nach interaktiven Fähigkeiten wie Kommunikation, Koordination und Kollaboration dauerhaft gestiegen. Während andere Anforderungen nach der Krisenphase wieder auf das Vorkrisenniveau zurückgingen, bleiben soziale Kompetenzen nach wie vor stark gefragt. Interaktive Fähigkeiten sind im hybriden Arbeitsumfeld unverzichtbar geworden. Sie entscheiden zunehmend darüber, wie gut Teams über Distanz funktionieren.
Besonders deutlich sind diese Verschiebungen in Branchen mit gut ausgebauter Kommunikationsinfrastruktur und unternehmensnahen Dienstleistungen, was die strukturelle Anpassung der Arbeitsorganisation unterstreicht. Die Pandemie hat die Digitalisierung also nicht unbedingt beschleunigt, ihr aber eine neue Richtung gegeben. Auch in Österreich bieten 17 Prozent der Vakanzen mittlerweile Homeoffice-Möglichkeiten, seit Jänner 2025 gilt zudem das Telearbeitsgesetz. Sechs Jahre nach dem ersten Lockdown ist klar: manche Veränderungen bleiben.
Eduard Storm
IHS Researcher
Kompetenzbedarf im transformativen Wandel
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