Ausgewählte Projekte

COVID-19 und Bildung: Was tun, damit aus der Gesundheits- keine Bildungskrise wird?

Projektleiter: Mario Steiner
Projektteam: Maria Köpping, Andrea Leitner, Gabriele Pessl
Projektstart: April 2020
Finanzierung: Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF)

Projektinformation: Die Schulschließungen im Frühjahr 2020 bedeuteten für Schulleitungen, Lehrkräfte, SchülerInnen und Eltern einen Ausnahmezustand. Österreichs Schulen waren gefordert, ihren Unterricht binnen kürzester Zeit auf Distance Learning umzustellen. Eine wesentliche Herausforderung bestand darin, SchülerInnen mit nachteiligen Voraussetzungen für das Lernen zuhause zu erreichen und zu unterstützen, um verstärkte Kompetenzverluste in dieser Gruppe zu vermeiden. Denn in einer Situation, in der die Lernerfolge der SchülerInnen mehr denn je von der Ressourcenausstattung und der Unterstützung im privaten Umfeld abhängen, steigt das Risiko der sozialen Selektivität der Bildungsergebnisse.

Unsere vom WWTF geförderte Studie nimmt die mit den COVID-bedingten Schulschließungen einhergehende Privatisierung der Lernleistung zum Ausgangspunkt, um Strategien zur Förderung benachteiligter SchülerInnen zu analysieren:

  • Wie wirkt sich das COVID-bedingte Distance Learning auf bekannte Benachteiligungsstrukturen im Bildungssystem aus?
  • Welche Gelingensbedingungen und Resilienzfaktoren helfen dabei, der zu erwartenden Verschärfung sozialer Ungleichheit entgegenzuwirken?

Ziel der Studie ist es, die Lehr- und Lernleistungen während der krisenbedingten Schulschließungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten, um Lernpotenziale aufzuzeigen und Handlungsempfehlungen für die Zukunft abzuleiten. Im Fokus steht dabei die Frage, wie es – selbst mit geringen Vorerfahrungen und unter widrigen Rahmenbedingungen – gelingen kann, Benachteiligungen entgegenzuwirken und Kompetenzverluste zu vermeiden. Dafür setzen wir auf ein mehrstufiges Erhebungsverfahren mit qualitativen und quantitativen Befragungselementen, in denen sowohl Lehrpersonen als auch SchülerInnen und deren Familien zu Wort kommen. Der Schwerpunkt liegt auf der Sekundarstufe I (NMS und AHS-Unterstufe) und auf dem Raum Wien.

Erste Zwischenergebnisse der Studie zeigen: Die Sorge um einen Kompetenzabfall während der Schulschließungen ist gerade im Hinblick auf ohnehin benachteiligte SchülerInnen groß. Es sind aber auch positive Überraschungen durch SchülerInnen erkennbar, die die Erwartungen ihrer Lehrpersonen in dieser schwierigen Situation übertroffen haben. In der Phase des Distance Learnings wurden vielfältige Strategien entwickelt, um den Unterricht inhaltlich wie auch methodisch an die Bedürfnisse Benachteiligter anzupassen und die SchülerInnen dieser Gruppe individuell anzusprechen.
 

Sozialer Fortschritt in Bildung und Arbeit

Projektteam: David Baumegger, Isabella Juen, Maria Köpping, Lorenz Lassnigg, Andrea Leitner, Barbara Metzler, Gabriele Pessl, Nadia Steiber, Mario Steiner, Ana Sticker, Stefan Vogtenhuber, Irina Zielinska
Projektstart: Jänner 2018
Finanzierung: BMASK

Projektinformation: Das Projekt knüpft an die international aufkommende Debatte zu „sozialem Fortschritt“ an (z.B. International Panel on Social Progress – IPSP; Social Progress Imperative; Stiglitz/Sen/Fitoussi 2009: The Measurement of Economic Performance and Social Progress Revisited). Zielsetzung dieser  Debatte ist es u.a., sozialen Fortschritt messbar zu machen und damit die Engführung auf Wirtschaftswachstum und BIP zu überwinden.

Im Rahmen des Projektes wird in einem 1. Schritt auf Basis des holistischen Zugangs zu Social Progress im IPSP ein theoretisches Konzept von sozialem Fortschritt in den Bereichen Bildung und Arbeit aufgebaut. In einem 2. Schritt wird für die beiden Bereiche ein Indikatorensystem erarbeitet, damit die Entwicklung über die letzten Jahr(zehnt)e in Hinblick auf sozialen Fortschritt eingeschätzt werden kann. Der 3. Schritt besteht darin, die Indikatoren zu berechnen um schließlich auch die Frage beantworten zu können, inwieweit die Entwicklungen am Arbeitsmarkt und im Bildungssystem als sozial fortschrittlich gelten können.

Methodisches Ziel ist die Erarbeitung eines Wachstumsmodells, das die Entwicklung der Indikatoren in den einzelnen Bereichen und ihre Interaktion im Zeitverlauf in einem Gesamtmodell analysiert. Die Indikatoren eines Bereiches (z.B. Qualität der Arbeit, Einkommen) werden dabei zu einem Faktor zusammengefasst und im Rahmen eines Messmodells durch die konfirmatorische Faktorenanalyse validiert. Die Faktoren werden im Strukturmodell zueinander entweder korrelativ oder kausal in Beziehung gestellt. Damit lässt sich der Beitrag eines Indikators zur Veränderung des Faktors unter Berücksichtigung der Veränderungen in den anderen Faktoren sowie in den Rahmenbedingungen (z.B. Wirtschaftswachstum) im Zeitverlauf abschätzen.

Wissenschaftliche Begleitung der AusBildung bis 18

Projektleiter: Mario Steiner
Projektteam: Gabriele Pessl, Thomas DavoineAndrea LeitnerSusanne Forstner, Isabella Juen, Maria Köpping
Kooperationspartner: ÖIBF
Projektstart: Februar 2017
Finanzierung: BMASK, BMBWF, BMDW, BMFJ

Projektinformation: Das Projekt spannt einen großen Bogen über Themen im Kontext der Ausbildungspflicht bis 18, die im Juni 2016 vom Nationalrat verabschiedet wurde. Dieser reicht von einer Kalkulation der makroökonomischen Effekte des Programms über eine Analyse der Problemlagen und Unterstützungsbedarfe spezifischer Zielgruppen wie jugendliche Flüchtlinge und Jugendliche mit Sonderschulabschluss bis zur Analyse und Erklärung regionaler Unterschiede in der Bedarfslage. Darüber hinaus werden einschlägige Angebote für die Zielgruppe, wie ÜBA oder außerschulische Jugendarbeit, eingehend untersucht. Anhand des Beispiels der Praxishandelsschulen wird die Frage der Gelingensbedingungen für die Prävention von Bildungsabbruch beleuchtet.

Erste Ergebnisse zeigen enorme volkswirtschaftliche Effekte, die mit der Ausbildungspflicht bis 18 verbunden sind, insofern dadurch das Qualifikationsniveau der Jugendlichen steigt. Millionen an Investition stehen hier auf lange Sicht Milliarden an positiven Effekten beim Bruttoinlandsprodukt gegenüber, die insgesamt höher ausfallen, als die letzte Steuerreform an volkswirtschaftlichen Effekten nach sich ziehen konnte.

Integrationschancen und Ausgrenzungsrisiken von formal Geringqualifizierten in Ausbildung, Beschäftigung und Gesellschaft

Projektleiter: Mario Steiner
Projektteam: Gabriele PesslAndrea Kulhanek 
Projektstart: Jänner 2017
Finanzierung: BMASK

Projektinformation: Personen mit maximal einem Pflichtschulabschluss stehen im Zentrum dieser Studie. Der theoretische sowie der empirisch analytische Fokus liegt auf den Ausgrenzungsrisiken und den Integrationschancen in Ausbildung, Beschäftigung und Gesellschaft. Auf theoretischer Ebene werden dabei einander der Humankapitaltheorie-Ansatz und konflikttheoretische Ansätze, die den Einfluss von Strukturen und Macht thematisieren, gegenübergestellt und vergleichend diskutiert. Bei den darauf aufbauenden quantitativen Analysen werden Fragen der Vererbung von Bildung sowie der Selektion von Jugendlichen aus sozioökonomisch benachteiligten Verhältnissen genauso behandelt wie Arbeitslosigkeit und (fehlende) Qualität von Beschäftigung. Schließlich rundet eine Analyse von Gesundheit und Wahlbeteiligung in Abhängigkeit vom Bildungsniveau das Bild ab und wirft Fragen nach dem sozialen Zusammenhalt, der Nachhaltigkeit und Legitimität bestehender (Ungleichheits-)Verhältnisse auf. Im Zuge einer Biografieanalyse wird schließlich der Frage nachgegangen, welche Bedeutungen Bildungs- und Arbeitserfahrungen für Jugendliche ohne weiterführenden Abschluss haben, wie sie Erfahrungen von Ausgrenzung und Integration erlebt und welche biografischen Orientierungs- und Handlungsmuster sie in diesem Zusammenhang entwickelt haben. Auf Basis biografischer Fallrekonstruktionen wurden dabei im Zuge von systematischen Fallvergleichen drei Typen unterschieden.

Arbeitsmarkintegration verschiedener Gruppen von Migrant/innen in Österreich im Zeitverlauf

Projektleiter: Stefan Vogtenhuber
Projektmitglieder: Andrea Leitner, Nadia Steiber
Projektstart: Dezember 2016
Projekt Output: Working Papers, Artikel in Fachzeitschriften, Aufbau einer register- und prozessbasierten Datenbank
Finanzierung: Jubiläumsfonds der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Schwerpunktthema Ökonomie “Migration, Arbeitsmarkt und Wirtschaftswachstum”

Projektinformation: Im vorgeschlagenen Projekt werden erstens verfügbare relevante Registerdatensätze zusammengeführt um eine solide Basis für repräsentative Analysen und policy-relevante Schlussfolgerungen über die Arbeitsmarktsituation von Migrant/innen in Österreich ziehen zu können. Zweitens werden auf Basis dieser neu geschaffenen Daten detaillierte und umfassende Analysen zur Integration verschiedener Gruppen von Migrant/innen aus unterschiedlichen Herkunftsländern im Vergleich zu einheimischen Bevölkerungsgruppen im Zeitverlauf durchgeführt. Die Analysen fokussieren auf Alter, Gender, Humankapital (Bildung, Weiterbildung, berufliche Kompetenzen und Arbeitserfahrung) sowie auf den soziokulturellen Hintergrund der Zugewanderten. Die Projektergebnisse werden in thematischen Working papers und Artikeln dargestellt. Weiters wird eine Konferenz organisiert und eine Projekt-Website erstellt, auf der zentrale Ergebnisse leicht verständlich präsentiert und mit Presseaussendungen kombiniert werden.

Abgeschlossene Projekte

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