Economics and Finance
Health System Watch
Beilage zur Fachzeitschrift SOZIALE SICHERHEIT erstellt durch das INSTITUT FÜR HÖHERE STUDIEN, IHS HealthEcon. Herausgegeben vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.
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Hofmarcher, Maria, Riedel, Monika, Strobl, Judith: Gesundheitszustand in der EU - Wenn 65, dann (k)ein bisschen kränker? - Schwerpunktthema: Qualität im Medizinbetrieb und im Gesundheitswesen (2000)
Health System Watch, HSW IV / 2000, Institute for Advanced Studies, Vienna
Hofmarcher, Maria, Riedel, Monika, Strobl, Judith: Entwicklung der Altersstruktur in der EU - Schwerpunktthema: Pflege - Quo vadis? (2000)
Health System Watch, HSW III / 2000, Institute for Advanced Studies, Vienna
Hofmarcher, Maria, Riedel, Monika, Strobl, Judith: Ressourcenverbrauch in der EU: 3:1 für den Krankenanstaltensektor - Schwerpunktthema: Produktivitätsentwicklung im österreichischen Krankenanstaltensektor (2000)
Health System Watch, HSW II / 2000, Institute for Advanced Studies, Vienna
Hofmarcher, Maria, Riedel, Monika: Gesundheitsausgaben in der EU - Höhe oder Definition, das ist hier die Frage - Schwerpunktthema: Internationale Datenbanken und Vergleichbarkeit von Ausgaben (2000)
Health System Watch, HSW I / 2000, Institute for Advanced Studies, Vienna
Hofmarcher, Maria, Riedel, Monika: Returns on Health Investment - Gesundheitszustand in der EU. Schwerpunkthema: Gesundheit 21 - Österreichische Ziele (1999)
Health System Watch, HSW IV / 1999, Institute for Advanced Studies, Vienna
Hofmarcher, Maria, Riedel, Monika: Gesund und reich ist besser als krank und teuer - Entwicklung der Altersstruktur in der EU. Schwerpunkthema: Managed Care, Teil 2 (1999)
Health System Watch, HSW III / 1999, Institute for Advanced Studies, Vienna
Hofmarcher, Maria, Riedel, Monika: Zufriedener dafür teurer - Ressourcenverbrauch in den Gesundheitssystemen der EU. Schwerpunktthema: Managed Care - Teil 1 (1999)
Health System Watch, HSW II / 1999, Institute for Advanced Studies, Vienna
Hofmarcher, Maria: Gesundheitsausgaben im internationalen Vergleich mit Schwerpunkt Österreich (1999)
Health System Watch, HSW I / 1999, Institute for Advanced Studies, Vienna
Health System Watch, HSW IV / 2000, Institute for Advanced Studies, Vienna
Gesundheitszustand in der EU - Wenn 65, dann (k)ein bisschen kränker? Die Hebung des gesundheitlichen Wohlbefindens der älteren ÖsterreicherInnen muss ein
gesundheitspolitisches Ziel werden, zumal die Lebenserwartung für diese Gruppe stark wächst, nicht
zuletzt durch erfolgreiche Bemühungen, die frühzeitige Mortalität einzudämmen. Während sich
ÖsterreicherInnen bis zum 35. Lebensjahr vergleichsweise bester Gesundheit erfreuen, ist das
gesundheitliche Wohlbefinden der über 75-jährigen deutlich weniger zufriedenstellend, im Vergleich zu
anderen EU-Ländern. Diese Beobachtung geht mit einer stärker wachsenden Lebenserwartung in allen,
aber insbesondere in den höheren, Altersgruppen einher. Einen frühzeitigen Tod erleiden
ÖsterreicherInnen vergleichsweise häufiger infolge von Kreislauferkrankungen aber auch als Folge von
Unfällen und Krankheiten der Verdauungsorgane. Die frühzeitige Krebssterblichkeit hingegen ist,
verglichen mit der EU, weniger häufig. Schwerpunktthema: Qualität im Medizinbetrieb und im Gesundheitswesen: Es gibt zahlreiche Interessenslagen der Akteure im Medizinbetrieb und im Gesundheitswesen, die die
objektive Messung der Qualität erschweren. Deshalb hat Qualitätsmessung soviele Facetten und
Dimensionen, die im Spannungsfeld zwischen den Bedürfnissen der PatientInnen und den vorhandenen
Ressourcen für das Gesundheitswesen liegen. Während aus der Sicht der PatientInnen Effektivität und
Zugang zu Leistungen vorrangig sind, sind aus der Sicht der Gesundheitspolitik Effizienz und
Serviceorientierung gleichermaßen wichtige Anknüpfungspunkte für Qualität. Gemäß WHO belegt
Österreich weltweit Platz 15 und innerhalb der EU Platz sechs, wenn die Effizienz allein am Ziel eines
hohen Gesundheitsniveaus gemessen wird. Deutschland und die Niederlande sind stärker PatientInnenund
Service-orientiert als Österreich. In Bezug auf finanzielle Fairness des Gesundheitswesens liegt
Österreich weltweit zwischen den Rängen 12 und 15, in der EU liegt es im guten Mittelfeld.
Hofmarcher, Maria, Riedel, Monika, Strobl, Judith: Entwicklung der Altersstruktur in der EU - Schwerpunktthema: Pflege - Quo vadis? (2000)
Health System Watch, HSW III / 2000, Institute for Advanced Studies, Vienna
Entwicklung der Altersstruktur in der EU: Die Bevölkerung der derzeitigen EU-Mitgliedsländer wuchs in den neunziger Jahren
um insgesamt 3%. Fertilität und der Anteil junger Menschen waren in den meisten
Ländern leicht rückläufig; der Anteil der unter 15Jährigen betrug 1998 17%. Der Anteil
der 65Jährigen und älterer Menschen lag 1998 bei knapp 16% und nahm in etlichen
EU-Ländern in den neunziger Jahren zu, stagnierte aber noch z.B. in Österreich. Die
Situation Österreichs ist derzeit im europäischen Vergleich durchschnittlich. Fertilität
und Kinderanteil sind leicht unterdurchschnittlich, der Anteil älterer Menschen liegt
1998 um 6% unter dem europäischen Durchschnitt. Schwerpunktthema: Pflege - Quo vadis?
Kranken- und GesundheitspflegerInnen, die größte Berufsgruppe im österreichischen
Gesundheitswesen, stehen vor einem enormen Entwicklungsbedarf, um auf sich
ändernde Anforderungen der Gesellschaft adäquat reagieren zu können. Der im neuen
Bundesgesetz verankerte “eigenverantwortliche Tätigkeitsbereich” der Pflege verlangt
nach fundiertem, wissenschaftlich begründeten Wissen innerhalb der Berufsgruppe.
Der Weg zur Etablierung dieser Wissensbasis und zu ihrer Verbreitung ist in Österreich
noch sehr lang, und der Pflegebereich ist fast ausschließlich darauf angewiesen, von
der wissenschaftlichen Arbeit der KollegInnen im Ausland zu profitieren.
Hofmarcher, Maria, Riedel, Monika, Strobl, Judith: Ressourcenverbrauch in der EU: 3:1 für den Krankenanstaltensektor - Schwerpunktthema: Produktivitätsentwicklung im österreichischen Krankenanstaltensektor (2000)
Health System Watch, HSW II / 2000, Institute for Advanced Studies, Vienna
Ressourcenverbrauch in der EU: 3:1 für den Krankenanstaltensektor : Die österreichischen Pro-Kopf-Ausgaben für die Krankenhausversorgung liegen hinter
Dänemark, den Niederlanden und Frankreich im europäischen Spitzenfeld. Die Länder
der europäischen Währungsunion (EU-11) hatten für den Spitalssektor in der ersten
Hälfte der 90er Jahre ein im Vergleich zum EU-15-Mittel etwa 5 Prozent höheres Niveau
aufzuweisen. Mit den Ausgaben für ärztliche Versorgung liegen die EU-11-Länder
zwischen 8 und 11 Prozent über dem gesamteuropäischen Durchschnitt. Die
österreichischen Pro-Kopf-Ausgaben für ärztliche Versorgung sind Anfang der 90er Jahre
um etwa 40 Prozent gestiegen. Die Aufnahmerate liegt in Österreich mit 26,6 Prozent an
der Spitze der EU. Der gewichtete Durchschnitt der EU-15 liegt bei 19,5 Prozent, jener
der EU-11 bei 19,0 Prozent. Die durchschnittliche Verweildauer in Tagen liegt im EU-15-
Durchschnitt bei 10,5 Tagen. Österreich liegt mit einer durchschnittlichen Verweildauer
von 9,7 unter diesem Durchschnitt. Schwerpunktthema: Produktivitätsentwicklung im österreichischen Krankenanstaltensektor:
Verschiedene Formen von Produktivitätsmessungen werden im Gesundheitsbereich
insbesondere im Krankenanstaltensektor durchgeführt. Angewandt für Österreich, führt
die isolierte Interpretation einzelner Produktivitätskennzahlen zu widersprüchlichen
Ergebnissen: Sinkende Verweildauer und rückläufige Bettenzahlen bei steigenden
Aufnahmeraten legen eine steigende Produktivität nahe, steigende Personalintensität bei
gleichzeitig steigendem Ausbildungsniveau hingegen sinkende Produktivität. Beide
Interpretationen wären jedoch für sich genommen nur dann gültig, wenn die
Outputindikatoren Spitalsentlassungen und Pflegetage über die betrachtete Zeit hinweg
homogen wären. Dies ist vor allem aufgrund des stattgefundenen medizinischtechnischen
Fortschritts nicht der Fall, der „Output Qualitätssteigerung“ wurde jedoch
noch nicht in ein quantitativ fassbares Maß umgesetzt. Erste Arbeiten wenden auch in
Österreich moderne Methoden der Produktivitätsmessung wie die Data Envelopment
Analysis an, die eine Aussage über Produktivitätsentwicklungen auch im Fall
widersprüchlicher Einzelindikatoren ermöglichen.
Hofmarcher, Maria, Riedel, Monika: Gesundheitsausgaben in der EU - Höhe oder Definition, das ist hier die Frage - Schwerpunktthema: Internationale Datenbanken und Vergleichbarkeit von Ausgaben (2000)
Health System Watch, HSW I / 2000, Institute for Advanced Studies, Vienna
Gesundheitsausgaben in der EU - Höhe oder Definition, das ist hier die Frage: Das Gesundheitswesen wächst europaweit im Gleichklang mit dem Wirtschaftwachstum. In
der Periode 1970 bis 1980 waren die Wachstumsraten der Gesundheitsausgaben und des
Bruttoinlandsproduktes am höchsten. In der Folgeperiode waren sie im gesamten EU-Raum
gedämpfter. Zwischen 1990 und 1997 wuchsen die österreichischen Gesundheitsausgaben
deutlich rascher als jene in den EU-11 Ländern und rascher als das Bruttoinlandsprodukt.
1998 betrugen die Gesundheitsausgaben in Österreich ATS 216 Mrd. Gegenüber 1995 stiegen
die gesamten Gesundheitsausgaben um 4,6 Prozent. Die öffentlichen Gesundheitsausgaben
stiegen in der selben Periode um 2,6 Prozent, die Konsumausgaben der privaten Haushalte
um 8,7 Prozent, das Bruttoinlandsprodukt um 9,9 Prozent. Der Anteil der gesamten
Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt betrug 1998 8,3 Prozent, jener der
öffentlichen Gesundheitsausgaben 5,8 Prozent, und jener der privaten Gesundheitsausgaben
2,2 Prozent. Die Einführung der Leistungsorientierten Finanzierung 1997 führte zu einer
Eindämmung des Kostenwachstums im stationären Sektor. Schwerpunktthema: Internationale Datenbanken und Vergleichbarkeit von Ausgaben: Vergleiche von Gesundheitsausgaben gestalten sich schwierig, da die zugrundeliegenden
Datenbasen nur teilweise auch von einheitlichen Grundsätzen und Definitionen ausgehen
bzw. ausgehen können. Für die Zukunft besteht jedoch Anlass zu vorsichtigem Optimismus,
da Bemühungen, zu besser vergleichbarem Datenmaterial zu kommen, sowohl im Rahmen
der OECD als auch seit kürzerer Zeit im Rahmen der Europäischen Union unternommen
werden. Auch die Annäherung zwischen OECD- und WHO-Daten deutet in diese Richtung.
Eine EU-weit einheitliche Datengrundlage ist erst in Vorbereitung, sodass bis auf weiteres
von EUROSTAT, dem statistischen Amt der Union, noch nicht mit verbesserten Daten für
den gesamten Gesundheitsbereich gerechnet werden kann. Eine Ausnahme bilden hier jene
Gesundheitsdaten (wie eben auch Gesundheitsausgaben), die im Rahmen der
Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung erhoben werden. Da in diesem Bereich die
Anwendung der neuen Systematik seit 1999 verpflichtend vorgeschrieben ist, kann eine
bessere Vergleichbarkeit der Daten erwartet werden.
Hofmarcher, Maria, Riedel, Monika: Returns on Health Investment - Gesundheitszustand in der EU. Schwerpunkthema: Gesundheit 21 - Österreichische Ziele (1999)
Health System Watch, HSW IV / 1999, Institute for Advanced Studies, Vienna
Returns on Health Investment - Gesundheitszustand in der EU. Schwerpunkthema: Gesundheit 21 - Österreichische Ziele: Seit Beginn dieses Jahrhunderts ist die Lebenserwartung in den europäischen Ländern rapide
gestiegen, in einigen Ländern einschließlich Österreich hat sie sich fast verdoppelt. Auch in den
neunziger Jahren steigt die Lebenserwartung mit reduzierter Geschwindigkeit weiter und liegt in
Österreich inzwischen im EU-Durchschnitt. Die Säuglingssterblichkeit verbessert sich in zentralund
osteuropäischen Ländern langsamer als in westeuropäischen Ländern, die Lebenserwartung
älterer Menschen steigt kaum schneller als im Westen. Daher kann in bezug auf
Gesundheitsindikatoren derzeit nicht von einem Prozeß einer Annäherung beider Ländergruppen
gesprochen werden. Dies ist umso bedauerlicher, da die wirtschaftswissenschaftliche Theorie
vermuten läßt, daß im Wirkungszusammenhang zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und
Gesundheitsniveau eines Landes Kausalitäten in beiden Richtungen bestehen. Neuere
Untersuchungen weisen auf eine positive Wirkung des Gesundheitsniveaus auf das langfristige
Wirtschaftswachstum hin.
Die Sterblichkeit in Österreich verringerte sich in drei Jahrzehnten gegenüber dem EUDurchschnitt
schneller. Gemessen am EU-Niveau ist die Mortalität in Österreich höher, wobei sich
der Abstand im Beobachtungszeitraum um etwa ein Zehntel verkleinerte. Die Krebssterblichkeit
nahm laufend ab und befand sich 1995 unter dem EU-Durchschnitt. Auf der Grundlage der drei
häufigsten Todesursachen pro Altersgruppe und unter Bezugnahme auf die relative Position
Österreichs in der Entwicklung der Mortalität konnten zwölf für Österreich relevante Ziele aus
dem gesundheitspolitischen Rahmenkonzept der Weltgesundheitsorganisation identifiziert
werden. Die Verringerung der durch Alkohol, Drogen und Tabak verursachten Schäden, die
Eindämmung der Verletzungen infolge von Gewalt und von Unfällen, Gesünder Leben, und die
Verbesserung der psychischen Gesundheit, wurden als jene gesundheitspolitische Zielbereiche
für das 21. Jahrhundert isoliert, denen gemäß dem Gesundheitszustand der österreichischen
Bevölkerung höchste Priorität zukommt.
Hofmarcher, Maria, Riedel, Monika: Gesund und reich ist besser als krank und teuer - Entwicklung der Altersstruktur in der EU. Schwerpunkthema: Managed Care, Teil 2 (1999)
Health System Watch, HSW III / 1999, Institute for Advanced Studies, Vienna
Gesund und reich ist besser als krank und teuer – Entwicklung der Altersstruktur in der EU Schwerpunktthema: Managed Care, Teil 2: Die Bevölkerung der Europäischen Union wächst und wird älter. Bis 2030 werden in Österreich
mehr als sechs Kinder bzw. Senioren auf zehn Person im erwerbsfähigen Alter entfallen.
Innerhalb der EU-Länder wird die Belastungsquote in Österreich im Jahr 2010 am geringsten sein
und sodann wieder ansteigen. Unsere Berechnungen deuten darauf hin, daß der steigende Anteil
älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung in Zukunft zu steigenden Pro-Kopf-Ausgaben für
Gesundheitsleistungen führen wird. Allerdings können wir davon ausgehen, daß dieses
Ausgabenwachstum geringer ausfallen wird, als eine reine Fortschreibung der
altersgruppenspezifischen Ausgaben nahelegt, da ein Teil der altersspezifischen Ausgaben stärker
durch die Nähe zum Tode als durch das Lebensalter erklärt wird, die Anzahl der Sterbefälle aber
voraussichtlich deutlich langsamer wachsen wird als die Anzahl älterer Menschen.
Managed-Care-Organisationen haben das Potential, den Ressourcenverbrauch durch den Einsatz
systematischer und aktiver Informationsbeschaffung, in Kombination mit der Abrechnung nach
Kopfpauschalen, einzudämmen. Die effizienzsteigernde Verwendung kombinierter Anreize für die
Leistungsanbieter ist am aktuellen Stand der Entwicklung von Managed Care allerdings nicht nur
von Kostenüberwälzungen, sondern vor allem von Verschlechterungen der Qualität der
Versorgung begleitet, sodaß es letztlich keine gesicherten Hinweise gibt, daß durch Managed
Care das Wachstum der Gesundheitsausgaben bzw. jenes der Kosten insgesamt nachhaltig
eingebremst wird. Als nachgewiesen und theoretisch abgesichert gilt jedoch die Tatsache, daß
die Kombination von Monitoring des Leistungsgeschehens und Kopfpauschalen bzw.
Budgetierungen ein sehr geeignetes Instrument zur Kontrolle des Ressourcenverbrauches ist.
Hofmarcher, Maria, Riedel, Monika: Zufriedener dafür teurer - Ressourcenverbrauch in den Gesundheitssystemen der EU. Schwerpunktthema: Managed Care - Teil 1 (1999)
Health System Watch, HSW II / 1999, Institute for Advanced Studies, Vienna
Zufriedener dafür teurer - Ressourcenverbrauch in den Gesundheitssystemen der EU. Schwerpunktthema: Managed Care - Teil 1: Beinahe jede fünfte ÖsterreicherIn zeigte sich mit dem Gesundheitswesen sehr zufrieden. Österreich
rangiert damit in dieser Kategorie nach Dänemark an zweiter Stelle. Allerdings konnten für
Österreich vergleichsweise stärkere Reformwünsche identifiziert werden. Die Zufriedenheit mit dem
Gesundheitswesen ist offenbar umso größer, je höher die pro Kopf Ausgaben für Gesundheit
ausfallen. Innerhalb der EU ist - mit Ausnahme Frankreichs - der Wunsch nach einer Veränderung der
Gesundheitsversorgung in den steuerfinanzierten Ländern erheblich stärker ausgeprägt als in den
Sozialversicherungsländern.
Österreich verzeichnet, gemessen am EU-Durchschnitt, überproportionale pro Kopf-Ausgaben sowohl
für ärztliche Leistungen als auch für die Krankenhausversorgung. In der stationären Versorgung
kombiniert Österreich eine deutlich überdurchschnittliche Krankenhaushäufigkeit mit einer
unterdurchschnittlichen Verweildauer, was auf “Krankenhauszentrierung” hinweist. Die Anzahl von
MRI- bzw. CT-Geräten je Million Einwohner ist in Österreich doppelt so hoch wie im EU-Durchschnitt.
Die Ärztedichte in Österreich und die Zahl der Arztbesuche pro Kopf entsprechen in etwa dem EUDurchschnitt.
Hofmarcher, Maria: Gesundheitsausgaben im internationalen Vergleich mit Schwerpunkt Österreich (1999)
Health System Watch, HSW I / 1999, Institute for Advanced Studies, Vienna
Gesundheitsausgaben im internationalen Vergleich mit Schwerpunkt Österreich: Je reicher ein Land ist, um so mehr wird für den Gesundheitssektor ausgegeben. Das relativ
schnellere Wachstum der Gesundheitsausgaben ist – global betrachtet – in den 90er Jahren träger
geworden. Im Verhältnis zum Wirtschaftswachstum und im Vergleich mit anderen Ländern ist das
reale Wachstum des Gesundheitswesens in Österreich vor allem in der Periode 1990 bis 1997
unterdurchschnittlich. Budgetkonsolidierung, relativ hohe Preise für die privaten Haushalte, die
allerdings auch systematisch überschätzt sein dürften, bei gleichzeitig nicht erfaßten, aber ziemlich
wahrscheinlichen Produktivitätsfortschritten in den Kernbereichen des Gesundheitssektors, könnten
die Ursachen für diese Entwicklung sein. Die Ausgaben der privaten Haushalte verzeichneten
innerhalb von 16 Jahren das größte Plus. Am raschesten wuchsen die Ausgaben für Ärztliche
Dienste.
Im Lichte der, wenngleich überschätzten, Preisentwicklung bedeutet die Kombination aus relativ
hohen Preisen und stark wachsenden Konsumausgaben für Gesundheit eine verstärkte Belastung für
die privaten Haushalte. Während sich die Sozialversicherung als Großeinkäufer gegen überhöhte
Preise wehren kann, scheint die Dynamik der Ausgabenentwicklung darauf hinzudeuten, daß in den
letzten Jahren gegenüber Privatkunden überdurchschnittliche Preise durchgesetzt wurden. Dies ist
nicht nur aus Wohlfahrtsgründen genau zu beobachten, sondern auch im Hinblick auf die
nachhaltige Aufrechterhaltung der sozialen Verfügbarkeit von Gesundheitsleistungen kritisch zu
hinterfragen.
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