Economics and Finance
Health System Watch
Beilage zur Fachzeitschrift SOZIALE SICHERHEIT erstellt durch das INSTITUT FÜR HÖHERE STUDIEN, IHS HealthEcon. Herausgegeben vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.
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Hofmarcher, Maria, Riedel, Monika: Returns on Health Investment - Gesundheitszustand in der EU. Schwerpunkthema: Gesundheit 21 - Österreichische Ziele (1999)
Health System Watch, HSW IV / 1999, Institute for Advanced Studies, Vienna
Hofmarcher, Maria, Riedel, Monika: Gesund und reich ist besser als krank und teuer - Entwicklung der Altersstruktur in der EU. Schwerpunkthema: Managed Care, Teil 2 (1999)
Health System Watch, HSW III / 1999, Institute for Advanced Studies, Vienna
Hofmarcher, Maria, Riedel, Monika: Zufriedener dafür teurer - Ressourcenverbrauch in den Gesundheitssystemen der EU. Schwerpunktthema: Managed Care - Teil 1 (1999)
Health System Watch, HSW II / 1999, Institute for Advanced Studies, Vienna
Hofmarcher, Maria: Gesundheitsausgaben im internationalen Vergleich mit Schwerpunkt Österreich (1999)
Health System Watch, HSW I / 1999, Institute for Advanced Studies, Vienna
Health System Watch, HSW IV / 1999, Institute for Advanced Studies, Vienna
Returns on Health Investment - Gesundheitszustand in der EU. Schwerpunkthema: Gesundheit 21 - Österreichische Ziele: Seit Beginn dieses Jahrhunderts ist die Lebenserwartung in den europäischen Ländern rapide
gestiegen, in einigen Ländern einschließlich Österreich hat sie sich fast verdoppelt. Auch in den
neunziger Jahren steigt die Lebenserwartung mit reduzierter Geschwindigkeit weiter und liegt in
Österreich inzwischen im EU-Durchschnitt. Die Säuglingssterblichkeit verbessert sich in zentralund
osteuropäischen Ländern langsamer als in westeuropäischen Ländern, die Lebenserwartung
älterer Menschen steigt kaum schneller als im Westen. Daher kann in bezug auf
Gesundheitsindikatoren derzeit nicht von einem Prozeß einer Annäherung beider Ländergruppen
gesprochen werden. Dies ist umso bedauerlicher, da die wirtschaftswissenschaftliche Theorie
vermuten läßt, daß im Wirkungszusammenhang zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und
Gesundheitsniveau eines Landes Kausalitäten in beiden Richtungen bestehen. Neuere
Untersuchungen weisen auf eine positive Wirkung des Gesundheitsniveaus auf das langfristige
Wirtschaftswachstum hin.
Die Sterblichkeit in Österreich verringerte sich in drei Jahrzehnten gegenüber dem EUDurchschnitt
schneller. Gemessen am EU-Niveau ist die Mortalität in Österreich höher, wobei sich
der Abstand im Beobachtungszeitraum um etwa ein Zehntel verkleinerte. Die Krebssterblichkeit
nahm laufend ab und befand sich 1995 unter dem EU-Durchschnitt. Auf der Grundlage der drei
häufigsten Todesursachen pro Altersgruppe und unter Bezugnahme auf die relative Position
Österreichs in der Entwicklung der Mortalität konnten zwölf für Österreich relevante Ziele aus
dem gesundheitspolitischen Rahmenkonzept der Weltgesundheitsorganisation identifiziert
werden. Die Verringerung der durch Alkohol, Drogen und Tabak verursachten Schäden, die
Eindämmung der Verletzungen infolge von Gewalt und von Unfällen, Gesünder Leben, und die
Verbesserung der psychischen Gesundheit, wurden als jene gesundheitspolitische Zielbereiche
für das 21. Jahrhundert isoliert, denen gemäß dem Gesundheitszustand der österreichischen
Bevölkerung höchste Priorität zukommt.
Hofmarcher, Maria, Riedel, Monika: Gesund und reich ist besser als krank und teuer - Entwicklung der Altersstruktur in der EU. Schwerpunkthema: Managed Care, Teil 2 (1999)
Health System Watch, HSW III / 1999, Institute for Advanced Studies, Vienna
Gesund und reich ist besser als krank und teuer – Entwicklung der Altersstruktur in der EU Schwerpunktthema: Managed Care, Teil 2: Die Bevölkerung der Europäischen Union wächst und wird älter. Bis 2030 werden in Österreich
mehr als sechs Kinder bzw. Senioren auf zehn Person im erwerbsfähigen Alter entfallen.
Innerhalb der EU-Länder wird die Belastungsquote in Österreich im Jahr 2010 am geringsten sein
und sodann wieder ansteigen. Unsere Berechnungen deuten darauf hin, daß der steigende Anteil
älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung in Zukunft zu steigenden Pro-Kopf-Ausgaben für
Gesundheitsleistungen führen wird. Allerdings können wir davon ausgehen, daß dieses
Ausgabenwachstum geringer ausfallen wird, als eine reine Fortschreibung der
altersgruppenspezifischen Ausgaben nahelegt, da ein Teil der altersspezifischen Ausgaben stärker
durch die Nähe zum Tode als durch das Lebensalter erklärt wird, die Anzahl der Sterbefälle aber
voraussichtlich deutlich langsamer wachsen wird als die Anzahl älterer Menschen.
Managed-Care-Organisationen haben das Potential, den Ressourcenverbrauch durch den Einsatz
systematischer und aktiver Informationsbeschaffung, in Kombination mit der Abrechnung nach
Kopfpauschalen, einzudämmen. Die effizienzsteigernde Verwendung kombinierter Anreize für die
Leistungsanbieter ist am aktuellen Stand der Entwicklung von Managed Care allerdings nicht nur
von Kostenüberwälzungen, sondern vor allem von Verschlechterungen der Qualität der
Versorgung begleitet, sodaß es letztlich keine gesicherten Hinweise gibt, daß durch Managed
Care das Wachstum der Gesundheitsausgaben bzw. jenes der Kosten insgesamt nachhaltig
eingebremst wird. Als nachgewiesen und theoretisch abgesichert gilt jedoch die Tatsache, daß
die Kombination von Monitoring des Leistungsgeschehens und Kopfpauschalen bzw.
Budgetierungen ein sehr geeignetes Instrument zur Kontrolle des Ressourcenverbrauches ist.
Hofmarcher, Maria, Riedel, Monika: Zufriedener dafür teurer - Ressourcenverbrauch in den Gesundheitssystemen der EU. Schwerpunktthema: Managed Care - Teil 1 (1999)
Health System Watch, HSW II / 1999, Institute for Advanced Studies, Vienna
Zufriedener dafür teurer - Ressourcenverbrauch in den Gesundheitssystemen der EU. Schwerpunktthema: Managed Care - Teil 1: Beinahe jede fünfte ÖsterreicherIn zeigte sich mit dem Gesundheitswesen sehr zufrieden. Österreich
rangiert damit in dieser Kategorie nach Dänemark an zweiter Stelle. Allerdings konnten für
Österreich vergleichsweise stärkere Reformwünsche identifiziert werden. Die Zufriedenheit mit dem
Gesundheitswesen ist offenbar umso größer, je höher die pro Kopf Ausgaben für Gesundheit
ausfallen. Innerhalb der EU ist - mit Ausnahme Frankreichs - der Wunsch nach einer Veränderung der
Gesundheitsversorgung in den steuerfinanzierten Ländern erheblich stärker ausgeprägt als in den
Sozialversicherungsländern.
Österreich verzeichnet, gemessen am EU-Durchschnitt, überproportionale pro Kopf-Ausgaben sowohl
für ärztliche Leistungen als auch für die Krankenhausversorgung. In der stationären Versorgung
kombiniert Österreich eine deutlich überdurchschnittliche Krankenhaushäufigkeit mit einer
unterdurchschnittlichen Verweildauer, was auf “Krankenhauszentrierung” hinweist. Die Anzahl von
MRI- bzw. CT-Geräten je Million Einwohner ist in Österreich doppelt so hoch wie im EU-Durchschnitt.
Die Ärztedichte in Österreich und die Zahl der Arztbesuche pro Kopf entsprechen in etwa dem EUDurchschnitt.
Hofmarcher, Maria: Gesundheitsausgaben im internationalen Vergleich mit Schwerpunkt Österreich (1999)
Health System Watch, HSW I / 1999, Institute for Advanced Studies, Vienna
Gesundheitsausgaben im internationalen Vergleich mit Schwerpunkt Österreich: Je reicher ein Land ist, um so mehr wird für den Gesundheitssektor ausgegeben. Das relativ
schnellere Wachstum der Gesundheitsausgaben ist – global betrachtet – in den 90er Jahren träger
geworden. Im Verhältnis zum Wirtschaftswachstum und im Vergleich mit anderen Ländern ist das
reale Wachstum des Gesundheitswesens in Österreich vor allem in der Periode 1990 bis 1997
unterdurchschnittlich. Budgetkonsolidierung, relativ hohe Preise für die privaten Haushalte, die
allerdings auch systematisch überschätzt sein dürften, bei gleichzeitig nicht erfaßten, aber ziemlich
wahrscheinlichen Produktivitätsfortschritten in den Kernbereichen des Gesundheitssektors, könnten
die Ursachen für diese Entwicklung sein. Die Ausgaben der privaten Haushalte verzeichneten
innerhalb von 16 Jahren das größte Plus. Am raschesten wuchsen die Ausgaben für Ärztliche
Dienste.
Im Lichte der, wenngleich überschätzten, Preisentwicklung bedeutet die Kombination aus relativ
hohen Preisen und stark wachsenden Konsumausgaben für Gesundheit eine verstärkte Belastung für
die privaten Haushalte. Während sich die Sozialversicherung als Großeinkäufer gegen überhöhte
Preise wehren kann, scheint die Dynamik der Ausgabenentwicklung darauf hinzudeuten, daß in den
letzten Jahren gegenüber Privatkunden überdurchschnittliche Preise durchgesetzt wurden. Dies ist
nicht nur aus Wohlfahrtsgründen genau zu beobachten, sondern auch im Hinblick auf die
nachhaltige Aufrechterhaltung der sozialen Verfügbarkeit von Gesundheitsleistungen kritisch zu
hinterfragen.
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