Economics and Finance
Health System Watch
Beilage zur Fachzeitschrift SOZIALE SICHERHEIT erstellt durch das INSTITUT FÜR HÖHERE STUDIEN, IHS HealthEcon. Herausgegeben vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.
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Czypionka, Thomas, Kalmar, Marcel Mark, Ulinski, Susanna: Disease-Management-Programme für Diabetes mellitus Typ 2: Was kann Österreich bei der Umsetzung noch lernen? (2011)
Health System Watch, HSW IV / 2011, Institute for Advanced Studies, Vienna
Czypionka, Thomas, Riedel, Monika, Obradovits, Martin, Sigl, Clemens, Leutgeb, Johannes: Ambulante Vergütung im internationalen Vergleich: Perspektiven für Österreich (2011)
Health System Watch, HSW III / 2011, Institute for Advanced Studies, Vienna
Czypionka, Thomas, Gottwald, Regina, Kalmar, Marcel: Qualität im niedergelassenen Bereich - ein Update (2011)
Health System Watch, HSW II / 2011, Institute for Advanced Studies, Vienna
Czypionka, Thomas, Kraus, Markus, Riedel, Monika, Röhrling, Gerald: Health Workforce: Status quo und neue Berufsbilder (2011)
Health System Watch, HSW I / 2011, Institute for Advanced Studies, Vienna
Czypionka, Thomas, Röhrling, Gerald, Kalmar, Marcel: Performance von Gesundheitssystemen (2010)
Health System Watch, HSW IV / 2010, Institute for Advanced Studies, Vienna
Czypionka, Thomas, Riedel, Monika, Röhrling, Gerald, Mayer, Susanne, Rasinger, Theresa: Mengenkontrolle im Arzneimittelbereich: internationale Evidenz für Österreich (2010)
Health System Watch, HSW III / 2010, Institute for Advanced Studies, Vienna
Czypionka, Thomas, Riedel, Monika, Röhrling, Gerald: Verwaltung im Gesundheitssystem: Bestandsaufnahme und Einsparungspotenziale in Österreich, Reformen im Vereinigten Königreich (2010)
Health System Watch, HSW II / Sommer 2010, Institute for Advanced Studies, Vienna
Czypionka, Thomas, Riedel, Monika, Röhrling, Gerald, Mayer, Susanne: Erfolg und Scheitern von Gesundheitsreformen: Ursachen und Reformanalysen für die USA und Ungarn. (2010)
Health System Watch, HSW I / 2010, Institute for Advanced Studies, Vienna
Czypionka, Thomas, Kraus, Markus, Röhrling, Gerald, Riedel, Monika, Goltz, Andreas: Demenzversorgung in Europa - Evidenz der Ärztevergütung: Streiflichter neuer Erkenntnisse (2009)
Health System Watch, HSW IV / 2009, Institute for Advanced Studies, Vienna
Czypionka, Thomas, Röhrling, Gerald: Blick in den Osten: Gesundheitssysteme in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) (2009)
Health System Watch, III / Herbst 2009, Institute for Advanced Studies, Vienna
Health System Watch, HSW IV / 2011, Institute for Advanced Studies, Vienna
Die Umsetzung von Disease-Management leidet in Österreich unter geringen Einschreiberaten im
Gegensatz zu Erfahrungen in anderen Ländern. International ist die Idee bereits wesentlich besser
etabliert. Beispiele aus Deutschland, den Niederlanden und Frankreich sowie die internationale
Fachliteratur zeigen Implementierungsmöglichkeiten und damit Verbesserungspotenziale auf. Allerdings
liegen einige der Schwierigkeiten in Österreich tief im System selbst verwurzelt und müssen
langfristig angegangen werden.
Czypionka, Thomas, Riedel, Monika, Obradovits, Martin, Sigl, Clemens, Leutgeb, Johannes: Ambulante Vergütung im internationalen Vergleich: Perspektiven für Österreich (2011)
Health System Watch, HSW III / 2011, Institute for Advanced Studies, Vienna
Das Vergütungssystem im ambulanten Bereich übt starke Anreize im erwünschten wie unerwünschten
Sinne auf das Leistungsgeschehen aus und steht im Fokus sowohl der „sektorenübergreifenden
Finanzierung des ambulanten Bereichs“ der 15a-Vereinbarung als auch der letzten ASVGNovelle,
die pauschale Vergütungsformen ermöglicht. Theoretische Erkenntnisse und internationale
Erfahrungen zeigen, dass das österreichische Vergütungssystem verbesserungsfähig ist. Bezahlungsformen
orientieren sich international stärker an Prozessen. Um keine verzerrenden Anreize zu
setzen, wird die Vergütung von Leistungen in Relation zu ihrem Aufwand gesetzt, wobei in jüngsten
Revisionen, beispielsweise des deutschen EBM, der ärztlichen Zuwendung ein höheres Gewicht zukommt
als den Technikkosten. Insbesondere für integrierte Versorgungsformen bietet das niederländische
Modell der „chain-DTCs“ interessante Anregungen. Insgesamt lassen sich für einzelne Bereiche
des Leistungsgeschehens die jeweils passendsten Vergütungsformen einsetzen und zu einem
Vergütungssystem kombinieren.
Czypionka, Thomas, Gottwald, Regina, Kalmar, Marcel: Qualität im niedergelassenen Bereich - ein Update (2011)
Health System Watch, HSW II / 2011, Institute for Advanced Studies, Vienna
Europaweit zeigt sich, dass die bereits eingeschlagenen, durchaus unterschiedlichen Wege der Qualitätsarbeit in ärztlichen Praxen sowie im gesamten Gesundheitssystem zügig fortgesetzt werden. Rezertifizierung und Qualitätsarbeit in der Praxis rücken zusammen, und Qualitätssicherung wird zunehmend über die Sektoren harmonisiert. In Österreich ist die 1.Runde der Praxisevaluationen mittlerweile abgeschlossen, wobei Kritik von verschiedenen Seiten an dem Verfahren geäußert wurde. Für die Erstellung und Durchführung des neuen Evaluationsdurchgangs ab 2011 sind die Positionen der nicht-ärztlichen Stakeholder gestärkt und inhaltliche Überarbeitungen angekündigt worden. Dringend notwendig wären aber statt Minimalanforderungen bei mangelnder Unterstützung der Ärzteschaft hohe Anforderungen, die durch Einbettung der Evaluierungen in Qualitätsmanagement und Unterstützungsangebote erreicht werden sollen. Die Entwicklung der Qualitätsarbeit im österreichischen Gesundheitssystem insgesamt befindet sich großteils immer noch im Aufbau. Die langjährigen Erfahrungen anderer europäischer Länder werden dabei zu wenig genutzt.
Czypionka, Thomas, Kraus, Markus, Riedel, Monika, Röhrling, Gerald: Health Workforce: Status quo und neue Berufsbilder (2011)
Health System Watch, HSW I / 2011, Institute for Advanced Studies, Vienna
Das Personal im Gesundheitswesen als wichtigste Ressource bedarf aufgrund der langen Ausbildungszeiten
der Planung, wohingegen in manchen Gesundheitsberufen schon der Status quo kaum festzumachen
ist. Bezüglich des Skill-Mix zeigt Österreich eine arztlastige Versorgung und weist viele international
übliche Berufsbilder nicht auf, die nicht nur aus Kostengründen, sondern auch aufgrund des epidemiologischenWandels
entstanden sind. In vielen Ländern arbeiten beispielsweise Nurse Practitioners
Hand in Hand mit niedergelassenen Ärzten in der Versorgung der Patienten, die die höhere Betreuungsintensität
zu schätzen wissen. Im Bereich Public Health Nursing zeigen sich positive Erfahrungen mit der
präventiv arbeitenden Family (Health) Nurse und der School Nurse, die anders als der Schularzt auch eine
intensivere psychosoziale Betreuung der Schüler wahrnehmen kann und Schülern hilft, Krankheit und
schulisches Leben zu vereinbaren. Die internationalen Erfahrungen mit diesen Modellen sind durchaus
positiv. Eine differenzierte Übertragung auf Österreich könnte helfen, nicht nur die Effizienz in der Leistungserbringung
zu steigern, sondern auch in einigen Bereichen die Betreuungsqualität zu heben. Voraussetzung
ist, dass Kompetenzen ausbildungsadäquat verteilt werden, diese dann aber auch weitgehend
selbstständig innerhalb multidisziplinärer Zusammenarbeit ausgeübt werden dürfen.
Czypionka, Thomas, Röhrling, Gerald, Kalmar, Marcel: Performance von Gesundheitssystemen (2010)
Health System Watch, HSW IV / 2010, Institute for Advanced Studies, Vienna
Performance-Messung von Gesundheitssystemen dient primär dazu, Informationen für alle im Gesundheitssystem
beteiligten Stakeholder zur Verfügung zu stellen; somit leistet dieses Instrument
einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Transparenz im Gesundheitssystem. Im Zuge der Performance-
Messung müssen Zielvorstellungen, was Gesundheitssysteme leisten sollen, genau formuliert
und operationalisiert sowie Bereiche mit passenden Indikatoren ausgewählt werden, welche die dahinterstehenden
Konstrukte auch tatsächlich abbilden. Bisherige Versuche internationaler Performance-
Messungen von Gesundheitssystemen – allen voran der World Health Report 2000 der WHO –
wurden oftmals starker Kritik unterzogen, insbesondere dahingehend, dass die Messungen für zu
viele unterschiedliche Länder mit schlechten Indikatoren basierend auf inhomogenen und nicht nachvollziehbaren
Datengrundlagen durchgeführt wurden. Daher sollte jedes publizierte Gesundheits-(system)-
Ranking einer genauen und kritischen Analyse unterzogen werden. Trotzdem stellt eine wissenschaftlich
fundierte Performance-Messung als Informationsinstrument ein anstrebenswertes Ziel dar,
um auch den politischen Entscheidungsträgern zu helfen, Politiken zu formulieren, zu evaluieren oder
als Regulativ einzugreifen. Dazu sollten Performance-Messungen aber nicht auf Gesamtrankings reduziert
werden, sondern insbesondere eine höhere Informationsdichte und -komplexität aufweisen.
Czypionka, Thomas, Riedel, Monika, Röhrling, Gerald, Mayer, Susanne, Rasinger, Theresa: Mengenkontrolle im Arzneimittelbereich: internationale Evidenz für Österreich (2010)
Health System Watch, HSW III / 2010, Institute for Advanced Studies, Vienna
In den letzten Jahren stellte vor allem die Mengenentwicklung den größten Kostentreiber im Arzneimittelbereich
dar. Entsprechende Maßnahmen, um speziell die Mengensteigerungen einzudämmen, haben wir
aufgesucht und evaluiert sowie auch in einem ökonometrischen Modell untersucht. Es zeigt sich, dass Zuzahlungen
den stärksten mengendämpfenden Effekt aufweisen, aber international zum Teil wesentlich
komplexer ausgestaltet sind als in Österreich, um den negativen Effekten entgegenzuwirken. Maßnahmen
ohne Einbeziehung des Patienten müssen synergistisch angewendet werden, um ähnlich effektiv zu sein.
Zentral ist dabei ein ausgefeiltes Monitoring, welches die notwendigen Informationen liefert, Über-, Unterund
Fehlversorgung zu erkennen. Es sollte ergänzt werden durch alltagstaugliche Hilfestellungen für die
verschreibenden Ärzte wie Peergroups, Verschreibungsberater und Entscheidungsunterstützungstools
sowie ein Anreizprogramm, da die aktive Beteiligung der Ärzte eine wichtige Voraussetzung ist und die
richtige Medikamentenversorgung auch in deren Interesse liegt. Zahlreiche erfolgreiche Beispiele zur Ausgestaltung
finden sich in diesem Beitrag und sind ausführlicher im Projektbericht beschrieben.
Czypionka, Thomas, Riedel, Monika, Röhrling, Gerald: Verwaltung im Gesundheitssystem: Bestandsaufnahme und Einsparungspotenziale in Österreich, Reformen im Vereinigten Königreich (2010)
Health System Watch, HSW II / Sommer 2010, Institute for Advanced Studies, Vienna
Gemeinhin werden in der Verwaltung des österreichischen Gesundheitswesens große Einsparungspotenziale
vermutet. Umfassende Analysen dazu sind in Österreich jedoch kaum verfügbar. Insgesamt
wurden 2008 offiziell rund 3,5 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben für die Verwaltung
der Gesundheitsversorgung aufgewendet. Aufgrund des fehlenden Kassenwettbewerbs fällt dieser
Anteil verglichen mit anderen Sozialversicherungsländern gering aus. Die in dieser Quote nicht enthaltenen
Ausgaben für Verwaltungspersonal in Fondsspitälern belaufen sich auf knapp 460 Millionen
Euro und sind von einem starken Wachstum geprägt. Der Bezug auf die erwirtschafteten LKF-Punkte
lässt zudem eine große Variation zwischen den Bundesländern erkennen. Eine klare Verwaltungskostendeckelung
im stationären Bereich könnte sich positiv auf die stark steigenden Kosten auswirken.
Der Verwaltungs- und Verrechnungsaufwand im Bereich der Krankenversicherung wächst anscheinend
moderater; auffallend ist jedoch, dass im Bereich bestimmter Kassen starke Verschiebungen
vom Verwaltungs- und Verrechnungspersonal hin zum ärztlichen Dienst festzustellen sind.
Eine Adaptierung des gegenwärtig äußerst komplexen und undurchsichtigen Verwaltungskostendeckels
in der Krankenversicherung unter
Czypionka, Thomas, Riedel, Monika, Röhrling, Gerald, Mayer, Susanne: Erfolg und Scheitern von Gesundheitsreformen: Ursachen und Reformanalysen für die USA und Ungarn. (2010)
Health System Watch, HSW I / 2010, Institute for Advanced Studies, Vienna
Die Anpassungsfähigkeit von Gesundheitssystemen an die gesellschaftlichen Entwicklungen erfordert kontinuierliche Reformbemühungen, deren Erfolg oder Misserfolg von einer Reihe von Determinanten abhängt, die die Wissenschaft erst besser zu verstehen beginnt. Zum einen ist dies Information über das Gesundheitswesen und die Zusammenhänge, die frühzeitige Einbindung von Experten und Betroffenen, die notwendige politische Durchsetzungskraft und das richtige Ausmaß von (De-)Zentralisierung.
Diese Faktoren lassen sich anhand von Reformen in den USA und Ungarn gut empirisch nachweisen. Während Präsident Obama viele Fehler der Ära Clinton vermieden hat und versucht, Stakeholder, Experten und Bevölkerung einzubinden, liefern der komplexe politische Prozess in den USA und die hohe Dezentralisierung für Lobbyisten zahlreiche Angelpunkte, seine Bemühungen zu torpedieren. In Ungarn zeigten sich in der Transformationsphase um 1990 mit ihren homogenen politischen Verhältnissen große Erfolge, während mit der mangelnden politischen Kontinuität der Folgejahre Reformen nur zögerlich voranschritten. Die jüngste spektakulär gescheiterte Reform, die auch zu einer stärkeren Privatisierung der Krankenversicherung hätte führen sollen, beschleunigte 2008 gleich auch die Auflösung der Koalitionsregierung. Zu hohes Tempo, mangelndes Expertenwissen und fehlende Einbindung der Bevölkerung trugen dazu bei.
Diese Faktoren lassen sich anhand von Reformen in den USA und Ungarn gut empirisch nachweisen. Während Präsident Obama viele Fehler der Ära Clinton vermieden hat und versucht, Stakeholder, Experten und Bevölkerung einzubinden, liefern der komplexe politische Prozess in den USA und die hohe Dezentralisierung für Lobbyisten zahlreiche Angelpunkte, seine Bemühungen zu torpedieren. In Ungarn zeigten sich in der Transformationsphase um 1990 mit ihren homogenen politischen Verhältnissen große Erfolge, während mit der mangelnden politischen Kontinuität der Folgejahre Reformen nur zögerlich voranschritten. Die jüngste spektakulär gescheiterte Reform, die auch zu einer stärkeren Privatisierung der Krankenversicherung hätte führen sollen, beschleunigte 2008 gleich auch die Auflösung der Koalitionsregierung. Zu hohes Tempo, mangelndes Expertenwissen und fehlende Einbindung der Bevölkerung trugen dazu bei.
Czypionka, Thomas, Kraus, Markus, Röhrling, Gerald, Riedel, Monika, Goltz, Andreas: Demenzversorgung in Europa - Evidenz der Ärztevergütung: Streiflichter neuer Erkenntnisse (2009)
Health System Watch, HSW IV / 2009, Institute for Advanced Studies, Vienna
Demenzversorgung in Europa:
Die Zahl der demenzkranken Personen wird sich bis 2040 allein inWesteuropa verdoppeln, was nicht
nur die Pflegesysteme vor eine große Herausforderung stellen wird. Das Konzept der Integrierten Versorgung
hilft die Barrieren, welche aufgrund der fragmentierten Versorgung in vielen europäischen
Ländern existieren, zu überwinden. Da demenzkranke Personen so lang wie möglich zu Hause gepflegt
und betreut werden sollen, liegt die Hauptlast der Pflege meist bei den nahen Angehörigen.
Trotz der damit einhergehenden finanziellen, aber auch physischen und psychischen Belastung für
pflegende Angehörige sind Unterstützungsmaßnahmen für sie nur in den wenigsten europäischen
Ländern in hinreichendem Maße vorhanden. Im Großteil der europäischen Länder fehlt es an ausreichenden
Kapazitäten von teilstationären Betreuungseinrichtungen, in Osteuropa sind mobile Dienste
oftmals nur unzureichend verfügbar. Für die Behandlung, Pflege und Betreuung von Demenzkranken
wendete Europa im Jahr 2005 120 Milliarden US-Dollar auf.
Evidenz der Ärztevergütung:
Zahlreiche theoretische und empirische Arbeiten beschäftigen sich mit der Ärztevergütung, welche
ein wesentlicher Faktor ist, Über- und Unterversorgung zu vermeiden. Es besteht ein klassischer
Trade-off zwischen Effizienz und Versorgungsgerechtigkeit, den es zu optimieren gilt. Das Verständnis
für die komplexe Interaktion zwischen Arzt, Patient und Versicherung steigt und nimmt auch zunehmend
auf die Heterogenität der Ärzteschaft und der Patienten Rücksicht, während diese in den
einheitlichen Vergütungssystemen der heutigen Gesundheitssysteme zu wenig Niederschlag findet.
Lösungsansätze sind möglicherweise „Pay-for-performance“ sowie sektorenübergreifende, komplexe
Vergütungsschemata.
Czypionka, Thomas, Röhrling, Gerald: Blick in den Osten: Gesundheitssysteme in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) (2009)
Health System Watch, III / Herbst 2009, Institute for Advanced Studies, Vienna
Blick in den Osten: Gesundheitssysteme in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS): Die Gesundheitssysteme der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten sind geprägt von ihrer Geschichte als Staaten des ehemaligen Ostblocks. Das von Russland übernommene Semaschko-System zeichnet sich durch eine starke Konzentration auf den Spitalssektor aus, was heute einen erheblichen Reformbedarf bedingt. Im Gegensatz zu den osteuropäischen EU-Ländern, die sich ohne Ausnahme vom Semaschko-Typ zum Sozialversicherungsmodell transformiert haben, kann diese Entwicklung bisher nur in fünf Ländern der GUS (Georgien, Kirgisistan, Moldawien, Russland und Turkmenistan) festgestellt werden. Die Finanzierung der gesamten Gesundheitsausgaben erfolgt sehr oft noch zu einem überwiegenden Anteil aus privater Hand; es herrscht somit in diesen Staaten die ungünstigste Form der Gesundheitsfinanzierung vor. Sowohl die Entwicklung der Lebenserwartung als auch die Mortalitätskennzahlen zeigen, dass der Zusammenbruch der sowjetischen Gesundheitsstrukturen besonders negative Auswirkungen auf den Gesundheitszustand der Bevölkerung der Nachfolgestaaten hatte. Diese Entwicklung wurde vor allem durch die Massenprivatisierung in einigen der GUS-Länder verstärkt. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen bei Geburt in den GUS-Staaten liegt um rund zwölf Jahre unter jener in den „alten EU-Staaten“ und verzeichnete seit 1991 – im Gegensatz zur kontinuierlich wachsenden Lebenserwartung in den EU-Staaten – sogar einen Rückgang. Dieser spiegelt sich auch im Anstieg einzelner Haupttodesursachen wider. Besonders augenscheinlich im Vergleich zu den (west)europäisch geprägten Ländern sind die Mortalitätsunterschiede von primär dem Alkoholkonsum zuzurechnenden Krankheiten. Erfolgreiche Reformen wie jene in Moldawien oder Usbekistan zeigen aber auch positive Veränderungen, wie sie durch klügere Strukturen erreicht werden können.
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