STEM

MINT an öffentlichen Universitäten, Fachhochschulen sowie am Arbeitsmarkt

Oftmals wird in Hinblick auf den Arbeitsmarkt von einem Mangel an Graduierten sogenannter MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) berichtet. Der von der Forschungsgruppe Hochschulforschung im Auftrag des BMWFW erstellte Projektbericht ist eine Bestandsaufnahme des Angebots an und der Nachfrage nach akademisch ausgebildeten MINT-Fachkräften in Österreich. Dafür werden neben einer ausführlichen Literaturrecherche verschiedene Datenquellen analysiert (z.B. Hochschulstatistik des BMWFW, Arbeitsmarktdatenbank, Studierenden-Sozialerhebung 2015) und ExpertInneninterviews durchgeführt.

Entwicklung der Zahl und Zusammensetzung der MINT-Studierenden

Insgesamt schließen pro Jahr etwa 7.900 Personen ein MINT-Bachelorstudium und 5.800 ein MINT-Master- oder Diplomstudium ab, etwa zwei Drittel davon an Universitäten. Die Zahl der MINT-Master- und Diplomabschlüsse an öffentlichen Universitäten und Fachhochschulen ist vom Studienjahr 2009/10 bis 2014/15 um 9% gestiegen, besonders stark in berufsbegleitenden Fachhochschulstudien. Der Frauenanteil in Ingenieurswissenschaften und Informatik liegt, trotz vielfältiger Maßnahmen, weiterhin unter 20%.

Studienverläufe der MINT-Studierenden

Nach 14 Semestern werden an Universitäten etwa 31% der begonnenen MINT-Bachelorstudien abgeschlossen, in anderen Ausbildungsfeldern sind es 27%. Etwa die Hälfte dieser MINT-Anfängerinnen und Anfänger schließt in diesem Zeitraum irgendein Studium ab. An Fachhochschulen sind die Erfolgsquoten mit 71% in Vollzeit- und 60% in berufsbegleitenden Studiengängen höher. Frauen und AHS-Maturantinnen und –Maturanten schließen ihr begonnenes  Informatik- oder Technikstudium seltener ab als Männer und Studierende die an einer HTL maturiert haben. Die Aufnahme konsekutiver Master- (fast 90%) und Doktoratsstudien (23%) ist in MINT-Fächern üblicher als in anderen Ausbildungsfeldern.

Arbeitsmarktsituation der MINT-Hochschulabsolventinnen und -absolventen

Die Zahl der in hochqualifizierten MINT-Berufen beschäftigten Personen ist in den letzten zehn Jahren besonders stark gestiegen. Dieser Trend wird sich voraussichtlich auch in Zukunft, unter anderem aufgrund technologischer Entwicklungen, fortsetzen.

Der hohe Arbeitsmarktbedarf betrifft jedoch nicht alle MINT-Absolventinnen und -Absolventen gleichermaßen: Graduierte in Informatik und Ingenieurwesen treten sowohl nach Fachhochschul- als auch nach Universitätsstudien besonders schnell in gut bezahlte Erwerbstätigkeiten ein. Die Arbeitsmarktsituation nach Abschlüssen in Biowissenschaften, Naturwissenschaften und Architektur ist schlechter. Daher wird empfohlen, Bemühungen zur Erhöhung der Abschlusszahlen in MINT-Fächern vor allem auf die Ingenieurwissenschaften und die Informatik zu fokussieren.

Projektbericht im IHS Repository